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Interview mit dem neuen Trainer

Backnanger Kreiszeitung am 08.07.2017

„Für viele sind wir Absteiger Nummer eins“

Das Interview: Der neue TSG-Trainer Beniamino Molinari sieht in der Fußball-Oberliga in der Außenseiterrolle große Chancen

Der Jubel über den Aufstieg in die Fußball-Oberliga ist kaum verklungen, seit Mittwoch trainiert die TSG Backnang aber schon wieder. Heute (14.30 Uhr) bestreiten die Roten beim Landesliga-Neuling in Kornwestheim ihr erstes Testspiel, im Vorfeld sprach der neue Trainer Beniamino Molinari mit unserer Zeitung. Unter anderem äußerte sich der 37-Jährige zu seinen ersten Eindrücken von Team und Verein und dazu, was die TSG in Baden-Württembergs höchster Liga erwartet.

Von Steffen GrünSie kickten seit der D-Jugend bis auf ein Jahr in Bonlanden immer bei Normannia Gmünd, stiegen dort 2014 auch als Chefcoach ein. Sie müssen auf dem Weg zum Trainingsauftakt am Mittwoch statt in die Etzwiesen doch automatisch in den Schwerzer gefahren sein?

(lacht) Nein, das habe ich hingekriegt – mittlerweile ist das Etzwiesenstadion im Navi in meiner Favoritenliste, daher ging das wirklich gut. Im Ernst: Ich war ja in den vergangenen Wochen immer wieder hier, wenn es um die Planungen ging. Wir haben uns auch am Dienstagabend mit dem Trainerteam zur Abschlussbesprechung vor der Vorbereitung getroffen.

Sie waren in Freiburg beim Aufstieg vor Ort. Zwischen diesem Festtag für die TSG und dem Trainingsstart lagen nur zweieinhalb Wochen. Können die Spieler schon wieder nach vorne blicken und die Konzentration hochfahren?

Wir dürfen die körperliche Seite nicht vergessen, müssen alles so dosieren, dass wir alle Spieler bis zum Saisonstart am 12. August auf einen Stand bekommen. Da achten wir sehr darauf, wir kennen die Spielzeiten der Vorsaison. Vielleicht nehmen wir die Jungs, die wirklich nur gut zwei Wochen Pause hatten, immer wieder etwas raus. Aber es wäre schlimmer gewesen, nach einem Misserfolg so schnell wieder anzufangen. So einen Erfolg im Rücken zu haben, setzt mit der Euphorie noch einmal ein paar Prozente frei. Die Jungs haben sich die Oberliga absolut verdient, deshalb sehe ich in der kurzen Pause keine großen Probleme.

Was erwarten Sie unter diesen Umständen vom ersten Testspiel in Kornwestheim?

Ich freue mich extrem darauf. Ich will sehen, wie es mit den Zugängen auf Anhieb funktioniert. Im Training sah es wirklich schon sehr gut aus. Ich habe das Gefühl, dass sich alle Neuen, auch ich, sehr wohlfühlen. Wir wurden sehr gut aufgenommen, aber so ein Testspiel ist noch einmal etwas anderes. Taktische Details sind natürlich noch nicht zu erwarten, aber die Spielfreude und Laufbereitschaft sollten da sein. Wir sind am Anfang der Vorbereitung, jeder muss sich anbieten wollen. Unter einem neuen Trainer haben alle Spieler die Chance, sich zu zeigen.

Hand aufs Herz: Wäre es Ihnen nicht lieber gewesen, einen ambitionierten Verbandsligisten zu übernehmen statt in der Oberliga gegen den Abstieg kämpfen zu müssen?

Ich habe mir die Frage auf dem Weg nach Freiburg gestellt. Bis dahin habe ich stets gesagt: Ob Verbands- oder Oberliga, die Vorfreude auf diese Aufgabe in Backnang ist definitiv da. Aber was wäre mir lieber? Rasch war klar: Es ist die Oberliga, sie ist besonders reizvoll. Ich habe es als Spieler acht Jahre erlebt, aber als Trainer ist es wie für viele meiner Jungs auch für mich Neuland. Dass wir von Anfang an gegen den Abstieg spielen, ist allen bewusst, wir müssen immer an unsere Grenzen gehen, das ist gut so. In der Verbandsliga wären wir immer in die Favoritenrolle gedrängt worden, jeder Gegner wäre bei 100 Prozent gewesen. So besteht die Chance, dass uns die Gegner vielleicht unterschätzen, uns nicht wirklich ernst nehmen. Für viele sind wir der Absteiger Nummer eins. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Aus dieser Position kann man sehr viel machen.

Ihr Vorgänger Markus Lang stieg mit der TSG in vier Jahren zweimal auf, sie treten in große Fußstapfen. Sehen Sie darin ein Problem?

Nein. Ich habe mir nicht vorgenommen, in den kommenden vier Jahren zweimal aufzusteigen (lacht). Auch wenn die TSG nicht aufgestiegen wäre, hätte Markus Lang hier überragende Arbeit geleistet. Ich hatte bei meinen Gesprächen mit den Verantwortlichen aber nie das Gefühl, dass Druck ausgeübt wird oder dass man mich messen will. Ich habe meine Ideen vorgestellt, das hat gepasst und ich kann mich frei entfalten. Wenn von außen Vergleiche kommen, kann ich das nicht ändern. Ich will hier 100 Prozent geben, alles für das Team und den Verein tun.

Wo ähneln sich Ihre taktischen Vorstellungen und wo setzen Sie vielleicht neue Akzente?

Backnang war in der Vorsaison in der Offensive sehr gefährlich. Daran wollen wir anknüpfen, zumal es vorne kaum personelle Veränderungen gab. Hinten müssen wir zwangsläufig einiges verändern, weil Dreiviertel der Viererkette neu sind. Wir müssen andere Laufwege vorgeben, unser Stellungsspiel anpassen. In der Verbandsliga haben sich viele Gegner hinten reingestellt, dadurch stand unsere Kette beim Aufbauspiel extrem hoch. Das wird in der Oberliga nicht jede Woche der Fall sein, die Kette wird vielleicht tiefer stehen.

Haben Sie von Ex-Trainern wie Alexander Zorniger und Norbert Stippel etwas für Ihre Arbeit mit einer Mannschaft mitgenommen?

Von Alexander Zorniger ist vielleicht am meisten hängen geblieben – ich habe ein Jahr mit ihm zusammengespielt, danach war er acht Jahre mein Trainer. Ich habe aber von allen etwas mitgenommen, mir schon als Spieler abends die Inhalte einzelne Trainingseinheiten aufgeschrieben und notiert, was gut ankam. Mittlerweile habe ich es mit den eigenen Erfahrungen angereichert, die ich in den letzten drei Jahren gesammelt habe. Insgesamt versucht man, seinen eigenen Weg zu gehen.

Die Planungen sind – von der Torwart-Position abgesehen – wohl abgeschlossen. Ist der Kader aus Ihrer Sicht oberligatauglich?

Wir sind sehr optimistisch und vertrauen den Jungs, die da sind, absolut. Wir haben viele Spieler, die wir wollten, auch bekommen. Ob der Kader wirklich oberligatauglich ist, wird die Saison zeigen.

Sie haben es schon erwähnt: Aus der bisherigen Viererabwehrkette sind mit Fichter, Jurczyk und Schlotterbeck drei Stammkräfte weg. Wie lange dauert es, bis sich ein neues Quartett gefunden und eingespielt hat?

Es darf nicht lange dauern, wir kriegen keine Zeit in der Oberliga. Wir müssen mit der Kette am 12. August voll da sein, am besten schon im WFV-Pokalspiel eine Woche vorher. Wir werden in einzelnen Einheiten auch nur mit der Kette arbeiten oder uns eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Training treffen, um Feinheiten abzustimmen und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Denn das ist die Basis von allem.

Zu den Torhütern: Paul Kruse ist wegen eines USA-Studiums auf dem Absprung, die TSG braucht dringend noch mindestens einen Keeper. Wie weit ist diese Suche gediehen, worauf legen Sie großen Wert?

Wir brauchen einfach einen sehr guten Mann, der uns so viele Punkte wie möglich rettet. Zum modernen Anforderungsprofil zählt eine gute Spieleröffnung, wobei Rauskommen und Mitspielen in der Oberliga vielleicht nicht oberste Priorität hat, weil die Kette wie gesagt etwas tiefer steht. Dann sind eher Stärken auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung gefragt. Wir wollen schnellstmöglich eine Lösung, die zu 100 Prozent passt. Ein Schnellschuss bringt nichts, denn das ist eine Position, die extrem wichtig ist.

Statt gegen Laupheim, Zimmern, Berg geht es künftig gegen Reutlingen, Bissingen oder den KSC II. Wie groß ist Ihre Vorfreude?

Riesig. Seit der Spielplan raus ist, begreifen auch die Jungs erst richtig, was sie erreicht haben und gegen wen es geht. Wir müssen Woche für Woche unsere Frechheit und Schnelligkeit zeigen, mit einem Lächeln auflaufen, die 90 Minuten voll auskosten und Gas geben, um das so lange wie möglich zu haben.

Wie wichtig wäre ein guter Start mit den Spielen in Balingen und zu Hause gegen Göppingen, um am Ende drinzubleiben?

Sehr wichtig. Die ersten Begegnungen einer Saison sind für Mannschaften wie Balingen, die eigentlich klarer Favorit sind, immer schwer einzuschätzen. An den ersten Spieltagen suchen sich die Teams noch etwas und die Erfahrung zeigt, dass Überraschungen da immer möglich sind. Davon wollen wir profitieren, aber natürlich hat es das Startprogramm mit Balingen, Göppingen und Nöttingen in sich. Wir können es nicht ändern, nehmen es, wie es kommt, und versuchen, das Beste daraus zu machen.

Ressortvorstand Marc Erdmann im Interview

Wir wollen diese Spiele genießen“

Das Interview: Marc Erdmann, Ressortvorstand des ersten Teams der TSG-Fußballer, blickt mit Vorfreude auf die Relegationspartien

Aus der Backnanger Kreiszeitung vom 09.06.17

Die TSG-Fußballer stehen mit den zwei Aufstiegsspielen zur Oberliga vor einem sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Das für die erste Mannschaft zuständige Vorstandsmitglied Marc Erdmann (46) nimmt vor dem Hinspiel morgen ab 15 Uhr in den Etzwiesen zu den Zielen und Erwartungen Stellung.

Marc Erdmann

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die beiden bevorstehenden Relegationsspiele? Mit großer Vorfreude. Wir alle wollen diese Spiele einfach nur genießen. Das wird für jeden Einzelnen ein unvergessliches Erlebnis, über das noch in vielen Jahren gesprochen und erinnert wird. Der Relegationsplatz ist letztendlich der Lohn harter und akribischer Arbeit aller Beteiligten. Spätestens seit der Winterpause waren wir auf diesen Relegationsplatz fokussiert. Immer das Ziel vor Augen. Bedingt auch durch den unheimlichen Teamspirit und dem unbedingten Willen hat die Mannschaft eine unglaubliche Konstanz gezeigt. Natürlich wollen wir nun auch den letzten Schritt gehen und den Aufstieg perfekt machen.

Das wäre doch bestimmt ein sehr guter Abschluss einer starken Saison, oder? Das stimmt. Das wäre das i-Tüpfelchen auf eine grandiose Saison. Wer hätte vor der Runde, auch bedingt durch einige Abgänge, nur im Ansatz daran geglaubt? Nicht einmal kühnste Optimisten hätten uns dies auch aufgrund der starken Konkurrenz zugetraut. Ziel war es, im Vorderfeld der Verbandsliga mitzuspielen. Und nun das. Das zeigt auch, dass wir mit unseren Verpflichtungen ein gutes Händchen hatten und im Fußball nicht immer das Team mit den besten Einzelspielern erfolgreich ist, sondern das gesamte Gebilde. Die Mannschaft funktioniert sowohl fußballerisch als auch charakterlich. Schon deshalb würde ich den Jungs den Aufstieg von Herzen gönnen. Auch der Verein und die Stadt Backnang können stolz auf die Jungs um Trainer Markus Lang sein.

Wie beurteilen Sie die Chancen der TSG in den beiden Relegationspartien?

Ich persönlich sehe uns als Außenseiter an. Die Favoritenrolle nimmt nach unseren Einschätzungen und Beobachtungen der Freiburger FC ein, der über eine sehr spielstarke Mannschaft verfügt mit unheimlichem Tempo im Umschaltspiel. Das war schon beeindruckend, was die Freiburger im ersten Relegationsspiel gegen Heddesheim gezeigt haben. Wir haben auch das zweite Relegationsspiel beobachtet und viele Informationen über den Gegner eingeholt. Uns sind sowohl die Stärken als auch die vermeintlichen Schwächen durch genaue Analysen bekannt. Markus Lang wird unsere Elf wieder top einstellen und einen klaren Matchplan haben. Bei allem Respekt vor dem Gegner müssen wir auf unsere eigenen Stärken vertrauen.

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Der nächste Neue für Defensive der Etzwiesen-Elf

BKZ //16.5.17 // Uwe Flegel

Tyrone Reyinger kommt aus Freiberg, zwei Göppinger im Gespräch mit TSG

Backnangs Fußball-Verbandsligist ist auf dem besten Weg, die Lücken in der Defensive zu schließen, die im Sommer nach dem Abgang von den Routiniers Stephan Fichter (Normannia Gmünd) und Marius Jurczyk (TSV Schornbach) sowie des talentierten Keven Schlotterbeck (SC FreiburgII) entstehen. Nachdem die TSG bereits die Verpflichtung von Rechtsverteidiger Marcel Friz (VfB Neckarrems), Innenverteidiger Patrick Hirsch (Germania Bietigheim) und Linksfuß Jannik Dannhäußer (SF Schwäbisch Hall) bekannt gegeben hat (wir berichteten), hat der Verbandsligazweite aus den Etzwiesen nun das Ja des 20-jährigen Tyrone Reyinger. Der 1,88 Meter große Innenverteidiger hat bei der TSG für zwei Jahre zugesagt und kommt von Verbandsligameister SGV Freiberg.

Beim Aufsteiger stand Reyinger diese Saison hinter dem Ex-Zweitligakicker und Freiberger Kapitän Marco Pischorn im zweiten Glied. Trotzdem brachte es Reyinger bisher immerhin auf elf Einsätze. Auf Dauer aber zu wenig für einen ehrgeizigen jungen Mann, der schon als A-Jugendlicher für Freiberg in der Oberliga am Ball war. Nun will der ursprünglich vom TV Möglingen stammende Rechtsfuß in den Etzwiesen den Sprung zum Stammspieler im Aktivenbereich packen.

Reyinger wird bei der TSG sicher nicht der letzte Neue für die nächste Saison sein. Die nächsten beiden Zugänge sind offenbar bereits im Anflug. Zwar heißt es von Backnanger Seite zu dem Thema, „das ist beides noch nicht ganz sicher“, doch aus der Ecke von Oberligisten Göppingen verlautet, dass sich Linksverteidiger Alessandro Nicastro (23) und der auf den Außenbahnen im Mittelfeld einsetzbare Ex-TSG-Jugendspieler Tobias Armbruster (25) ebenfalls dem derzeitigen Verbandsligazweiten anschließen.

 

Neuer Verteidiger für Etzwiesen-Elf

BKZ // 12.05.2017 // Uwe Flegel

Jannik Dannhäußer kommt aus Hall

(uwe). Nach Patrick Hirsch (Germania Bietigheim) und Rückkehrer Marcel Friz (VfB Neckarrems) präsentierte Fußball-Verbandsligist TSG Backnang den dritten Zugang für die neue Saison. Und auch Jannik Dannhäußer ist eine Verstärkung für die Defensive, in der ab Sommer die Routiniers Stephan Fichter (zu Normannia Gmünd), Marius Jurczyk (TSV Schornbach) und der talentierte Keven Schlotterbeck (SC FreiburgII) fehlen.

Derzeit ist der 21-jährige Linksfuß noch für den Ligarivalen SF Schwäbisch Hall am Ball. „Wir sind schon zwei, drei Jahre an ihm interessiert“, ist TSG-Vorstandsmitglied froh, dass sich der als linker Verteidiger eingeplante Dannhäußer nun für den Etzwiesen-Klub entschieden hat. Der dynamische und schnelle Spieler stammt aus der Öhringer Ecke, kam als Jugendspieler über Union Heilbronn zum SGV Freiberg, bei dem er in der Oberliga auch seine ersten Erfahrungen im Aktivenbereich sammelte. Im Sommer 2015 wechselte er nach Hall. Schon damals hatte er Kontakt zur TSG. „Ich hatte tolle Gespräche mit den Trainern Markus Lang und mit Beniamino Molinari“, nennt Dannhäußer als einen Grund, weshalb es nun mit 24 Monaten Verspätung doch mit dem Wechsel nach Backnang klappte.