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Interview mit Marc Erdmann

Marc Erdmann, Ressortvorstand 1. Mannschaft im Interview und zum anstehenden Spitzenspiel gegen den SGV Freiberg:

//TSG: Die ersten Pflichtspiele der neuen Verbandsliga-Saison sowie im WFV-Pokal sind bestritten. Wie lautet Dein Zwischenfazit?

//Marc: Durchweg positiv auch wenn wir mindestens 3-4 Punkte mehr haben müssten. Die Heimniederlagen gegen Pfullingen und Essingen waren nach sehr überzeugenden Vorstellungen völlig unnötig. Das Unentschieden beim FV Löchgau geht dagegen in Ordnung auch wenn der Zeitpunkt des Ausgleichs in der 90. Minute sehr unglücklich ist. Die anderen Spielen konnten wir dagegen alle siegreich gestalten mit deutlichen Siegen wie das 5-1 in Schwäbisch Hall und das das 4-0 beim FC Wangen. Zudem konnten wir gegen den SV Zimmern einen auch in dieser Höhe völlig verdienten ersten Heimsieg verbuchen und mit dem 4-0 gegen Olympia Laupheim nachlegen. Zudem wurden die ersten 2 WFV-Pokalrunden bei den Landesligisten SKV Rutesheim (5-0) und beim VfL Brackenheim (2-0) sehr souverän gemeistert. Neben all den Siegen freue ich mich aber v.a. auch über die Spielweise und dem Auftreten bzw. unbedingten Siegeswillen der Truppe. Ich denke in den letzten Jahren hat sich die Mannschaft und einzelne Spieler stetig weiterentwickelt. Wir bekommen aktuell sehr viel Lob und Anerkennung im Umfeld aber auch von Gegnern und Objektiven Beobachtern. Wir dürfen uns damit aber nicht zufrieden geben und jeder einzelne (egal ob Sportlich Verantwortliche, Trainerteam, Betreuer und Spieler) muss gewillt sein sich immer weiter zu verbessern und keinen Deut nachzulassen. Ich kann an die Fußballbegeisterten im Umkreis nur appellieren sich die Spiele der TSG Backnang anzusehen und unsere Mannschaft dabei zu unterstützen. Die Mannschaft hat es sich verdient. Ich denke keiner wird sein Kommen bereuen!

//TSG: Die Mannschaft erlebte im Sommer durch die Abgänge der Stammspieler Andreas Grimmer (zu Ligakonkurrent Spfr. Schwäbsich Hall) und Oliver Koretz, Roman Röhm sowie Felix Drab (alle zum TSV Oberbrüden in die Kreisliga A) einen gewissen Umbruch. Der jetzige Kader scheint diesen Verlust sehr gut zu kompensieren wenn man die bisherigen Leistungen und Ergebnisse als Maßstab nimmt. Wie beurteilst Du dies?

//Marc: Die genannten Spieler sind charakterlich natürlich ein großer Verlust. Keine Frage. Gerade auch was die Kameradschaft und den Zusammenhalt anbetrifft. Ich habe allen Abgängen nicht nur eine sondern mehrere Tränen hinterher geweint aber auch im Fußball und bei der TSG geht es immer weiter. Es war die Entscheidung der Spieler die TSG (aufgrund beruflicher bzw. privater Gründe) zu verlassen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dies galt es zu akzeptieren bzw. auch zu respektieren. Die Jungs sind immer wieder gerne bei der TSG gesehen. Ich wünsche ihnen persönlich auch den maximalen Erfolg. Unsere Aufgabe war es dann diese Jungs zu ersetzen. Und ich glaube bisher ist uns dies auch mehr als gut gelungen. Sowohl wenn man die menschliche Seite als auch die sportliche Seite betrachtet.

//TSG: War es wichtig eine „Blutauffrischung“ zu bewirken und neue Reizpunkte zu setzen?

//Marc: Die Mannschaft ist weitgehend vom Kern über Jahre unverändert. Auch die Besetzung des Trainerpostens. Diese Kontinuität zeichnet sich jetzt aus. Der Vorteil besteht darin ist das die Mannschaft eingespielt ist und die taktischen und fußballerischen Vorgaben von Markus Lang verinnerlicht hat. Wichtig ist aber dabei das die Mannschaft immer wieder auch punktuell auf einzelnen Positionen verstärkt wird und auch die Qualität in der Breite besser wird. Dadurch wird auch der Konkurrenzkampf um die Stammplätze belebt. Die Situation ist im Idealfall so das sich keiner sicher sein am Spieltag in der Anfangsformation zu stehen und sich stets durch Leistungen im Spiel aber auch im Training beweisen muss.

//TSG: Mit den Neuzugängen scheint ihr ein glückliches Händchen gehabt zu haben. Nach welchen Kriterien wird ein Spieler bei der TSG verpflichtet?

//Marc: Zum einen ist es uns wichtig das der Spieler neben allen Fußballerischen Qualitäten auch charakterlich zu uns passt. Markus Lang und die Sportlich Verantwortlichen zu der auch ich gehöre stehen in fast täglichem Austausch um uns stetig zu verbessern. Dazu gehört auch das Scouting und Verpflichtung von Spielern. Wir analysieren dabei zum einen die einzelnen Positionen und versuchen diese entsprechend punktuell zu verstärken. Ich denke dies ist uns in den letzten Jahren auch sehr gut gelungen. Natürlich gehört letztendlich auch das Quäntchen Glück dazu.

//TSG: Wie beurteilst Du die Entwicklung auch der Neuzugänge und die Perspektive der Mannschaft?

//Marc: Alle Neuzugänge haben sich sowohl menschlich als auch charakterlich sehr gut integriert. Die Mannschaft macht es Neuzugängen aber dabei auch nicht schwer das sie sich von Anfang an wohl und integriert fühlen. Das Mannschaftsgefüge und der Teamgeist passt zu 100%. Die Mannschaft wirkt in sich sehr gefestigt und ist jederzeit in der Lage auch Negativerlebnisse sehr schnell wegzustecken. Die Jungs haben die Bereitschaft sich stets in taktischer und spielerischer Hinsicht zu verbessern.

//TSG: Du stehst in ständigem d.h. schon fast im täglichen Austausch mit Trainer Markus Lang. Was zeichnet Markus aus?

//Marc: Markus ist ein äußerst akribischer Trainer der viel Detailarbeit verrichtet. Das heißt neben der Fußballerischen Weiterentwicklung der Mannschaft und des Einzelnen hat er auch eine klare Spielphilosophie. Die taktische Ausrichtung ist dabei klar vorgegeben und kann stets variieren. Auch bei den Standards (sowohl offensiv als auch defensiv) kommen klare Vorgaben. Bei den offensiven Standards die sicherlich auch zu unseren Stärken gehören trainiert Markus auch an vielen Details und Varianten. Markus richtet sich dabei nicht nach dem Gegner sondern versucht generell das unsere Mannschaft ihre eigenen Stärken und Spielphilosophie durchbringt.

//TSG: Was traust Du der Mannschaft in dieser Saison zu bzw. wo liegen die Stärken der Mannschaft?

//Marc: Die Stärken zum einen beim Charakter unseres kompletten Kaders. Zum anderen spielt unsere Mannschaft bisher einen überzeugenden Offensivfußball was sich auch an dem Torverhältnis ablesen lässt. Die 22 geschossenen Tore und damit mit Abstand die meisten in der Verbandsliga Württemberg sprechen hier eine klare Sprache. Auch die bisher nur 6 Gegentore bei allem Offensivdrang können sich sehen lassen. Unsere Mannschaft bereitet unseren Fans momentan sehr viel Freude. Dabei kommt uns auch entgegen das die Automatismen in allen Mannschaftsteilen immer mehr greiffen. Die junge Truppe ist dabei auch noch läuferisch in der Lage immer noch zuzusetzen und auch Spiele noch zu drehen. Wenn ich alleine an das Spiel gegen den Meisterschaftsmitfavoriten Essingen denke bei dem unsere Elf in der 2. Halbzeit bei gefühlten 60 Grad auf dem Spielfeld dem Gegner keine Zeit zum Verschnaufen gab und sich dieser kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien konnte sich aber letztendlich für diese überragenden 45 Minuten selbst nicht belohnte. Mit jedem Sieg wird auch das Selbstvertrauen stärker. Wenn es uns gelingen wird im Verbund auch in der Defensive gut zu stehen und einfache Gegentore zu verhindern (wie z.B. die Gegentore gegen Pfullingen und Essingen) bin ich guter Dinge das wir eine sehr gute Saison spielen werden. Fußballerisch gibt es in der Verbandsliga nicht viele bessere Teams. Wichtig wird natürlich auch sein das wir von längerfristigen Verletzungen und Sperren weitgehend verschont bleiben. Bei allem Optimismus kommen natürlich auch noch die harten Brocken wie z.B. die SGV Freiberg, VfB Neckarrems, TSV Ilshofen, VfL Sindelfingen etc..

//TSG: Wo kann sich die Mannschaft noch verbessern?

//Marc: Insbesondere in den Spielen gegen Essingen und Pfullingen haben wir zu einfache Gegentore bekommen. Das gilt es abzustellen und die Konzentration stets hoch zu halten. Zudem waren wir in der Chancenverwertung bei beiden Spielen nicht konsequent genug. Daran gilt es zu arbeiten.

//TSG: Zum Teil sind auch sehr viele junge und unerfahrene Spieler (u.a. Luca Rube, Matej Maglica aus der eigenen A-Jugend und Ardar Cetinkaya) wichtiger Bestandteil des Kaders. Was empfiehlst Du diesen jungen Spieler die weniger Einsatzzeiten bisher haben?

//Marc: Geduld, Geduld und nochmals Geduld! Die jüngeren Spieler sollten sich ein Beispiel an Julian Geldner nehmen der geduldig ohne Murren auf seine Chance in den letzten Jahren gewartet hat. Oftmals kam er nicht oder nur sporadisch zum Einsatz bzw. spielte unter Zlatko Blaskic in der eigenen U23. Julian hat sich v.a. in dieser Saison prächtig entwickelt was sich auch in seinen bisherigen Leistungen deutlich zeigt. Er spielt vor allem sehr konstant im zentralen Mittelfeld und hat sowohl im Läuferischen, Athletischen und Fussballerischen zugelegt. Jeder Spieler, unabhängig ob jung oder schon etwas älter, bekommt seine Chance von Markus Lang sofern er sich mit Leistungen im Training und bei den Spielen aufdrängt. Beleidigt zu sein wenn man nicht zum Einsatz kommt ist stets ein schlechter Ratgeber. Auch wenn ich die Enttäuschung von Spielern in einer solchen Situation verstehe. Aber dann muss ich mich bei den Einsatzzeiten bzw. im Training aufdrängen damit der Trainer an mir nicht mehr vorbeikommt.

Auch ein Keven Schlotterbeck hat seine Chance von Anfang an bekommen und diese konsequent genutzt. Keven hat in der letzten Saison als damals noch Jüngster und noch A-Jugendlicher alle Spiele der 1. Mannschaft von Beginn an bestritten. Dabei hat er keine Leistungsschwanken sondern ruft Spiel für Spiel seine Leistungen ab. Und die sind herausragend.

//TSG: Wer sind für Dich die heißesten Anwärter für den Aufstieg in dieser Saison nach dem bisherigen Saisonverlauf?

//Marc: Ich denke der Topfavorit auf den Titel ist eindeutig auch nach dem bisherigen Saisonverlauf die SGV Freiberg. Gerade mit deren herausragenden Einzelspielern wie z.B. Söckler, Kienast und Pischhorn. Auch der TSV Essingen, TSV Ilshofen und der TSV Berg dürften ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden. Darüber hinaus könnte auch eine Mannschaft wie z.B. der VfB Neckarrems für eine große Überraschung sorgen. Die Saison ist dabei noch sehr jung und die Verbandsliga sehr ausgeglichen. Warten wir den weiteren Saisonverlauf ab.

//TSG: Am kommenden Samstag geht es als aktueller Tabellenzweiter zum Ligaprimus und Tabellenführer SGV Freiberg. Wie schätzt Du das absolute Spitzenspiel am kommenden Samstag ein?

//Marc: Zum einen hat sich unsere Mannschaft dieses Spitzenspiel absolut verdient und die Vorfreude ist bei allen sehr groß. Auch wenn wir als Außenseiter in diese Partie gehen wollen wir das Spiel vor einer sicherlich hohen Zuschauerkulisse zum einen genießen und zum anderen aber auch dem Gegner Paroli bieten. Dabei wird auch wichtig sein, dass wir unser Spiel auch durchziehen und sich die bietenden Möglichkeiten auch konsequent nutzen. Dabei werden wir unser Heil sicherlich nicht nur in der Defensive suchen was unserer Philosophie auch gar nicht entsprechen würde. Wir werden sicherlich nicht das Kaninchen vor der Schlange sein. Wir haben durch die jüngsten Erfolgserlebnisse sehr viel Selbstvertrauen und wissen um unsere Qualität. Bei allem Respekt vor dem SGV Freiberg. Freuen wir uns alle auf ein schönes und hochklassiges Fußballspiel. Ich hoffe dabei auch das zahlreiche Backnanger unsere junge Mannschaft auf dem Weg nach Freiberg begleiten und unterstützen werden.

Markus Lang im Interview

Am Samstag um 15.00 Uhr starten die Herren in Rutesheim mit dem ersten Spiel im WFV-Pokal in die neue Saison 2016/17. Vorab haben wir unserem Cheftrainer einige Fragen gestellt:

Die Saisonvorbereitung läuft auf Hochtouren. Zahlreiche Testspiele wurden bereits absolviert. Wie bist Du mit dem aktuellen Stand der Vorbereitung zufrieden? Was funktioniert schon sehr gut bzw. was muss noch bis zum Saisonstart verbessert werden?



Neben den Grundlagen haben wir uns vorgenommen uns im fußballerischen Bereich nochmals zu steigern sowie die neuen Spieler zu integrieren und sie mit unserer Spielphilosophie und den Abläufen vertraut zu machen. Dabei zieht die Mannschaft während den intensiven Trainingseinheiten hervorragend mit und alle sind sehr motiviert und ehrgeizig. In den letzten Wochen werden wir nun an der Feinabstimmung arbeiten, um erfolgreich in die neue Saison starten zu können.

Als kleines Schmankerl und um dem Trainingsalltag ein wenig zu entfliehen haben wir zudem externe Trainer engagiert. So wurde eine Trainingseinheit im Freibad unter der Anleitung des Trainers der Wasserballer und eine Krafteinheit mit einem Kickboxweltmeisters durchgeführt. Die Jungs machten beim Teambuilding eine tolle Figur, zudem zeigten die Einheiten ihre Wirkung. Ein dank geht an dieser Stelle nochmals an Herr Stecher von den Wasserballern sowie an Uwe „the Maschine“. 

Bei Kader wurde ein personeller Umbruch vollzogen. Wie zufrieden bist Du mit der Integration der neuen Spieler bzw. welchen Eindruck hast Du von diesen? Bist Du mit der Kaderzusammenstellung zufrieden?

Eine Auffrischung sowie der Umbruch unseres Kaders war zu diesem Zeitpunkt absolut notwendig. Bei der Zusammenstellung wurde darauf geachtet vakante Positionen mit Qualität zu besetzen. Dabei sind wir unserem eingeschlagenen Weg stets treu geblieben, auf junge und entwicklungsfähige Spieler aus der Region zu setzen. Mit der Besetzung unseres aktuellen Kaders können wir sehr zufrieden sein. Die neuen Spieler sind sehr wissbegierig und bringen sich sehr positiv im Kreis Ihrer neuen Mitspieler ein. Sicherlich werden sie uns viel Freude bereiten.

Wie schätzt Du den aktuellen Kader im Vergleich zum Vorjahr ein? Was zeichnet die aktuelle Mannschaft besonders aus?

Im Vergleich zum Vorjahr ist unser Kader ausgeglichener und in der Breite besser aufgestellt. Durch die Qualität der einzelnen Spieler besteht nun auch die Möglichkeit flexibler während den Spielen sowie in der Wahl des Spielsystems zu agieren. Das sehr junge Alter zeichnet die Mannschaft aus. Das heisst aber auch, dass alle noch viel Entwicklungspotential haben. Dies gilt es nun auszuschöpfen.

Welches System planst Du für die neue Verbandsliga-Saison bzw. auf welchen Art von Fussball dürfen sich die Anhänger der TSG freuen?

Die Fans der TSG dürfen sich weiterhin auf eine offensiv ausgerichtete Backnanger Mannschaft freuen. Unabhängig vom System wird es jedoch sein, im Defensivverhalten kompakter zu stehen und die Gegentore zu minimieren. Wenn uns das gelingt können wir erneut einen guten Tabellenplatz erreichen. 

Was erwartest Du von Deinen etablierten Spielern aber auch von den „jungen“ Wilden? Welcher Spieler könnte für die Überraschung in der Saison sorgen?

Von unseren etablierten Spielern erwarte ich eine Vorbildfunktion gegenüber den neuen Spielern. Dabei geht es mir darum die Neuen heranzuführen und zu akzeptieren, genauso sich fair der neuen Konkurrenzsituation zu stellen. 

Wichtiger als einzelne Spieler ist der komplette Verbund. Nur wenn hierbei die Automatismen von Spiel zu Spiel greifen können wir einen erfolgreichen Fußball spielen.

Welche persönlichen Ziele hast Du Dir gesteckt?

Nach unserem großen Umbruch und einem Durchschnittsalter von 23 Jahren gilt es zuerst einmal darum eine geschlossene Einheit sowie einen Teamspirit herbeizuführen. Aufgrund der Charaktere der einzelnen Spieler müsste dies schnell umzusetzen sein. Zudem gilt es eine Mannschaft zu entwickeln, die einen attraktiven und erfolgreichen Fußball spielt und die Leistung und Platzierung der letzten Saison weiter steigert.





 


Im Bus zu den Auswärtsspielen der 1. Mannschaft

Anfragen dazu können an Erika Schottenloher, Rolf Wörner oder Ulrich Schäfer gerichtet werden.