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Herren1: Molinari übernimmt zur kommenden Saison

Verbandsligakicker aus Backnang sind bei der Suche nach einem Lang-Nachfolger beim Ligarivalen Gmünd fündig geworden

Aus der Backnanger Kreiszeitung vom 15.04.17 - Uwe Flegel

Das ging rasch. Bei der Suche nach einem Trainer für die neue Saison ist Fußball-Verbandsligist TSG Backnang fündig geworden. Beniamino Molinari wird Nachfolger von Markus Lang, der sich nach vier Jahren aus den Etzwiesen verabschiedet (wir berichteten). Molinari steht derzeit noch in den Diensten des TSG-Ligarivalen Normannia Gmünd.

„Auch wenn es sich wie eine Floskel anhört: Wir haben unseren Wunschkandidaten bekommen“, sagt Marc Erdmann zum neuen Coach. In der Tat hatte das für die erste Mannschaft zuständige Vorstandsmitglied nie bestritten, dass Beniamino Molinari bei der Trainersuche ganz weit oben auf der Kandidatenliste steht. Das auch, weil wenige Tage vor Langs Entscheidung, die TSG zu verlassen, in Gmünd der Vertrag mit Backnangs neuem Coach nicht verlängert wurde. Eine Entscheidung, die in der alten Reichsstadt im Remstal für ordentliche Diskussionen gesorgt hat. Nicht nur, weil Molinaris Arbeit im Remstal seit über zweieinhalb Jahren große Anerkennung gefunden hat, sondern auch weil der 36-Jährige durch und durch ein Normanne ist. Dort hat er als kleiner Junge gekickt, alle Jugendteams durchlaufen und danach den Weg von der Bezirks- bis in die Oberliga mitgemacht. Nur einmal war Molinari weg: In der Saison 2000/2001 spielte er beim SV Bonlanden in der Oberliga an der Seite von zwei anderen Gmündern, hieß sein Trainer damals doch Norbert Stippel und einer seiner Mitspieler war Alexander Zorniger. Der kam ein Jahr nach Molinaris Rückkehr ebenfalls zur Normannia und verdiente sich dort seine erste Sporen als Trainer.

„Selbstverständlich versucht man von jedem Trainer das Beste rauszuholen, aber man muss auch authentisch bleiben“, sagt der künftige Coach der Etzwiesenelf auf die Frage, ob Stippel und Zorniger eine Art Lehrmeister für ihn gewesen seien. Dass er gut hingeschaut hat, bewies Molinari in den vergangenen drei Jahren, in denen er mit der Normannia in der Verbandsliga bislang stets in der ersten Tabellenhälfte einkam. Und das, obwohl Schwäbisch Gmünd nicht zu den großen Zahlmeistern der Liga zählt und Molinari den direkten Weg vom Torjäger und Kapitän zum Cheftrainer der Normannia genommen hat. Keine leichte Aufgabe, die er gut bewältigt hat. Auch weil es der neue TSG-Trainer bei seinem alten Klub immer wieder verstand, junge Spieler in der Ersten miteinzubauen.

Auf ein solch gutes Händchen hoffen nun die Verantwortlichen in Backnang. Nicht umsonst verweist Marc Erdmann auf die Ähnlichkeiten zwischen Molinaris Noch- und künftigem Verein. Mit dem dicken Geldbündel durch die Lande ziehen können auch die Etzwiesenkicker nicht. Vielleicht hat Erdmann deshalb festgestellt, „dass es mit Beniamino Molinari vom ersten Gespräch an gepasst hat. Das gilt für sein Alter und für seine Spielphilosophie, die ähnlich wie die von Markus Lang ist“. Das gilt aber ebenfalls für die Erwartungen des neuen Mannes an die TSG. Sie braucht nach dem Abgang von Stephan Fichter (Gmünd) und Marius Jurczyk (Schorndorf) sowie des jungen Keven Schlotterbeck, der Kontakt zum SC Freiberg II haben soll, vor allem neue Innenverteidiger braucht. Erst recht, wenn der Etzwiesenklub gar den Aufstieg in die Oberliga schaffen sollte.

Ein Thema, zu dem Erdmann nur sagt: „Sieben Spieltage vor Schluss muss man sich als Tabellenzweiter mit der Relegation und dem Thema Oberliga sicherlich beschäftigen.“ Sein künftiger Coach will sich gar nicht groß dazu äußern. Er umschreibt es so: „Die Entwicklung der TSG in den vergangenen Jahren war sehr positiv.“ Auch deshalb hat der B-Lizenz-Inhaber, der die Prüfung als Lehrgangsbester abschloss, als erste Trainerstation nach seinem Heimatverein die TSG gewählt. Erdmann stellt fest: „Das waren vom ersten Augenblick an gute Gespräche und es war schnell klar, dass die Chemie stimmt.“ So gut, dass sich beide Seiten auf einen Vertrag über zwei Jahre geeinigt haben. Wobei Beniamino Molinari eines durchaus klar ist: „Ich weiß sehr genau, dass Markus Lang hier sehr gute Arbeit geleistet hat und ich in große Fußstapfen trete.“